Stadtnatur – Lebensraum Tideelbe

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Stadtnatur: Teichfrosch (Ranus esculenta) auf Hamburgs Elbinsel Kaltehofe

Die Elbe ist ein einzigartiger Lebensraum und eine vielbefahrene Wasserstraße. Dem Abschnitt zwischen Geesthacht und Cuxhaven, der sogenannten Tideelbe, kommt eine besondere Bedeutung als Kultur- und Naturlandschaft mit prägendem Einfluss als Wirtschaftsader der Region zu. So hektisch das Treiben im Hamburger Containerhafen ist, um so beschaulicher geht es auf der flußaufwärts gelegenen Elbinsel Kaltehofe zu.

Die Insel ist eine von einst zahlreichen Elbinseln der Unterelbe und diente für ein knappes Jahrhundert bis 1990 als Elbwasserfiltrieranlage zur Trinkwassergewinnung. Danach für 20 Jahre nahezu unzugänglich konnte sich ein für Hamburg einzigartiger Naturlebensraum entwickeln. Mittlerweile ist die Anlage ein Industriedenkmal mit Naturpark. Sie besteht aus fast zwei Dutzend Filterbecken, den Schieberhäuschen und dem villenartigen ehemaligen Betriebsgebäude, das nun ein Museum und Cafe beherbergt.

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Brandgänse (Tadorna tadorna) mit Küken auf Nahrungssuche im Flachwasserbereich der Elbe

Die Elbinsel Kaltehofe ist nur zwei S-Bahnstationen vom Hauptbahnhof entfernt. Akustisch trennen diese beiden Orte Welten. Das erste, was ich bei meinem Eintreffen höre, ist ein vielstimmiges Froschkonzert.

Die wassergefüllten Becken der ehemaligen Filtrieranlage sind zum einen beliebter Aufenthaltsort für Lurche wie den Teichfrosch, zum anderen Rastplatz für Wasservögel. Ornithologisch Interessierte können sich u. a. am Klang von Klappergrasmücke, Nachtigal und Fitis erfreuen.

Ich denke, für jeden Natur-, Kultur- und Wasserinteressierten ist etwas dabei. Die vier Stunden auf dem Gelände vergehen wie im Fluge. Auf dem knapp 20 minütigen Fußweg zur S-Bahn tauche ich langsam wieder in die Geräuschkulisse einer Großstadt ein.

 

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